Singen und Musizieren in Vielfalt
Staufen (SO). „Wenn dich dein Leben nervt, streu Glitzer drauf!“ Glitzer bekamen alle Teilnehmer*innen beim Workshop, „Singen und Musizieren in Vielfalt!“ unter Anleitung von der Musikpädagogin und Sängerin Sonja Oellermann.
Nach einer etwas anderen Begrüßungsrunde zu den jazzigen Klängen von „Joes Moonblues“ ging es los mit einer Einleitung zum Thema „Singen mit Kindern“. Die Kinderstimme wurde näher gebracht mit Übungen und Stimmbildungsgeschichten, ob als Biene oder Aufzug. Dadurch wurde aber auch die eigene Stimme trainiert und eine Teilnehmerin meinte, „Jetzt weiß ich endlich, wie man richtig atmet!“ Sehr schöner Nebeneffekt war vollkommene Entspannung und die richtige Tiefenatmung. Neu für viele war die Gebärdenunterstützende Arbeit beim Sprechen und Singen. So wurde beim „s“ ein Strich auf der Hand gemalt und das „k“ wurde mit einem energischen Seitenhieb unterstützt. Es bewirkt, dass die Konsonanten klarer und konzentrierter ausgesprochen werden.
Gemeinsam wurden die Kriterien zur richtigen Liedauswahl erarbeitet. Oellermann zeigte in einfachen Schritten wie Lieder für Kinder gestaltet werden können und welche weiteren Möglichkeiten es gibt Kinder ganzheitlich mit allen Sinnen zu fördern. Lieder wurden u.a. mit Gebärdensprache unterstützt, Säckchen mit unterschiedlichem Material wurden herumgereicht. Plötzlich waren Steine nicht nur Steine und ein Teilnehmer meinte, „So habe ich das Steine-Lied noch nie erfahren.“
Kurzweilig leitete die Musikpädagogin durch den Vormittag. Ihre Initiative, Jekasi! -jeder kann singen wurde vorgestellt. Von „Salibonani“ zu ihrem eigens geschriebenen Rap, „Mitten ins Herz“ wurden die Stimmbänder, Körper und Rhythmusgefühl in allen Facetten trainiert. Nach einem sehr leckeren Mittagessen gingen die Teilnehmer*innen gestärkt in die Nachmittagsphase mit den Themen „Klassische Musik in der Schule“ und GaFöG die sie fundiert erklärte. Es wurde allen bewusst wie häufig man doch im Alltag Klassischer Musik begegnet und wie wichtig Musik in der Entwicklung der Kinder ist. Mit einer Bodyperscussion Einheit wurde Mozart zum Leben erweckt und die Gruppe erlernte wie fächerübergreifend gearbeitet werden kann. Singen und Musizieren kann in einer wahren Vielfalt den Kindern beigebracht werden.
Sehr viel Augenmerk legte Sonja Oellermann auf Kreativität und das ER-leben von Musik. Am Abend und auch am nächsten Morgen wurden Beethoven und Vivaldi auf ganz neuer Art entdeckt. „Für Elise“ oder „Der Frühling“ wurde als Musik ganz anders wahrgenommen. Queen und Beethoven trafen sich. Am Ende des 2-tägigen Workshops konnte das gelernte umgesetzt werden und es entstanden magische Momente mit Vivaldis Herbst und Winter.
O-Ton einer Teilnehmerin war, „Ein toller Kurs mit vielen praktischen Anwenderbeispielen. Wir konnten aus einem großen Erfahrungsschatz schöpfen!“
Sonja Oellermann ist eine leidenschaftliche Sängerin, Dirigentin und Musikpädagogin geboren in Südafrika. Seit vielen Jahren lebt sie in Bruchsal und leitet fünf Chöre in Bruchsal und Umgebung. Sie ist auch Carusos-Fachkraft für den Chorverband Bruchsal. Viel zu schnell war das Wochenende vorbei. Es bleibt zu sagen: Dieser Workshop war erfrischend ANDERS!

